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KI-Sichtbarkeit

KI-Sichtbarkeit messen: so prüfst du, ob ChatGPT und Google dein Unternehmen nennen

KI-Sichtbarkeit messen heißt: regelmäßig prüfen, ob KI-Antwortmaschinen wie ChatGPT, die KI-Übersicht von Google oder Perplexity dein Unternehmen nennen, empfehlen oder verlinken. Dafür brauchst du drei Quellen: eine Handmessung mit festen Kundenfragen, die Search Console und deine Webanalyse.

André Schreiber

André Schreiber

Veröffentlicht am 15.07.2026, überarbeitet am 15.10.2026

12 Minuten Lesezeit

Immer mehr Kunden fragen nicht mehr nur Google, sondern eine KI: „Welcher Elektriker in Kamen macht den E-Check für Vermieter?“ oder „Welcher Onlineshop hat Laufschuhe für breite Füße?“. Die Antwort nennt eine Handvoll Namen. Ob deiner dabei ist, siehst du in keinem klassischen Ranking.

Seit Sommer 2026 ist das Messen deutlich einfacher geworden. Google zeigt KI-Daten jetzt in der Search Console, Google Analytics und Matomo erkennen Besuche aus KI-Assistenten. Für ChatGPT und Perplexity bleibt die Handmessung. Hier steht, wie du alle drei verbindest.

Was bedeutet KI-Sichtbarkeit?

KI-Sichtbarkeit beschreibt, wie oft KI-Antwortmaschinen dein Unternehmen nennen, empfehlen oder als Quelle verlinken. Gemeint sind Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Gemini und die KI-Übersicht und der KI-Modus in der Google-Suche. Sie geben keine Linkliste aus, sondern eine fertige Antwort.

Es gibt drei Stufen. Genannt heißt, dein Name taucht in der Antwort auf. Empfohlen heißt, du stehst unter den ersten drei. Verlinkt heißt, die Antwort zeigt deine Seite als Quelle, und nur dann kann ein Besuch entstehen.

Die Arbeit daran heißt oft GEO, Generative Engine Optimization, oder AEO, Answer Engine Optimization. Google selbst sagt, dass das im Kern weiter Suchmaschinenoptimierung ist. Was wir dafür tun, steht unter KI-SEO Agentur für ChatGPT und Google. In diesem Artikel geht es nur ums Messen.

Wie prüfst du, ob ChatGPT dein Unternehmen kennt?

Mit zehn festen Kundenfragen, die du jeden Monat gleich stellst und in einem Protokoll festhältst. So gehst du vor:

  1. Schreib zehn Fragen auf, wie Kunden sie stellen: drei nach einem Anbieter („Welcher Elektriker in Kamen …“), vier nach einer Leistung („Was kostet ein Zählerschrank …“), zwei nach einem Vergleich und eine nach deinem Namen.
  2. Schalte die Personalisierung ab oder teste ohne Anmeldung. Ein temporärer Chat allein reicht bei ChatGPT nicht, weil er vorhandene Erinnerungen nutzen kann.
  3. Notier deinen Standort. Bei lokalen Fragen ändert er die Antwort.
  4. Stell jede Frage zwei- bis dreimal. KI-Antworten schwanken von Durchlauf zu Durchlauf.
  5. Halte fest: genannt, unter den ersten drei, verlinkt, welche Mitbewerber genannt werden und welche Angaben falsch sind.

Das Protokoll ist mit einem erfundenen Elektrobetrieb vorbelegt. Tipp auf die Felder, um es mit deinen Ergebnissen zu füllen:

Welche Kennzahlen zählen bei der KI-Sichtbarkeit?

Vor allem Präsenzquote und Quellenquote, dazu die Top-3-Quote und die Richtigkeit. Keine dieser Zahlen ist genormt. Vergleich sie deshalb nur mit deinen eigenen Werten aus dem Vormonat, nicht mit Werten anderer.

KennzahlFormelWas sie zeigt
PräsenzquoteAntworten mit Nennung ÷ alle Antwortenob die KI dich überhaupt kennt
Top-3-QuoteNennungen unter den ersten drei ÷ alle Antwortenob du empfohlen wirst
QuellenquoteAntworten mit Link auf deine Seite ÷ alle Antwortenob Besuche entstehen können
RichtigkeitAntworten ohne falsche Angaben ÷ Antworten mit Nennungob die KI richtig über dich spricht

Ein Beispiel: Bei 10 Fragen in 3 Systemen hast du 30 Antworten. Wirst du in 4 genannt, liegt die Präsenzquote bei 13 Prozent. Steht in einer davon ein Link auf deine Seite, liegt die Quellenquote bei 3 Prozent.

Was zeigt die Google Search Console zu KI-Übersicht und KI-Modus?

Seit dem 31. August 2026 zeigt die Search Console für alle Websites einen eigenen Bericht zur generativen KI. Du siehst darin, wie oft deine Seiten in der KI-Übersicht, im KI-Modus und in Discover erschienen sind, aufgeteilt nach Seite, Land, Gerät und Zeitraum.

Zwei Dinge fehlen: Klicks und die Suchanfragen. Klicks aus KI-Übersicht und KI-Modus stecken weiter im normalen Leistungsbericht unter „Web“. Und der Bericht gilt nur für Google, nicht für ChatGPT oder Perplexity. Google warnt ausdrücklich vor fremden Werkzeugen, die angeblich interne Google-Werte zur KI-Sichtbarkeit liefern.

Wie erkennst du Besucher aus ChatGPT in Google Analytics und Matomo?

Google Analytics 4 sortiert Besuche aus KI-Assistenten in einen eigenen Kanal, Matomo ab Version 5.5 ebenso. In GA4 heißt der Kanal „AI Assistant“ und sammelt Besuche aus ChatGPT, Gemini, Copilot und anderen. Klicks aus der KI-Übersicht und dem KI-Modus von Google bleiben dagegen „Organische Suche“.

Matomo führt den Kanaltyp „AI Assistants“ seit Version 5.5. Ab Version 5.8 erfasst Matomo zusätzlich, wenn ein KI-Dienst deine Seite auf Nutzerwunsch abruft, ohne dass ein Mensch sie besucht. Wir nutzen Matomo auch auf dieser Website.

Wichtig für die Auswertung: Nicht jeder Besuch bringt seine Herkunft mit. Fehlt sie, landet er unter „Direkt“. Die Zahl im KI-Kanal ist deshalb eine Untergrenze. Perplexity oder Claude können je nach Einstellung auch unter „Verweise“ stehen.

Warum zeigen Tools und Handmessung unterschiedliche Werte?

Weil Tools ihre eigenen Fragen abfragen, oft ohne Ort, und weil KI-Antworten von Durchlauf zu Durchlauf schwanken. Ein Tool kann für dein Unternehmen null Nennungen zeigen, während dieselbe KI bei einer lokalen Frage mit Ort dich an erster Stelle nennt. Das ist kein Widerspruch, die Fragen sind verschieden.

Das sehen wir auch bei uns selbst. Ein großes SEO-Werkzeug fand unsere Domain im Oktober 2026 in keiner erfassten KI-Antwort. Gleichzeitig erscheint eine lange Frage im KI-Stil, welche Google-Ads-Agentur für Handwerker in Bergkamen oder Kamen gut ist, bei Google schon ganz oben. Tools taugen für den Trend über viele Fragen, die Handmessung für deine wichtigsten.

Nicht verwechseln: Anzeigen in ChatGPT sind bezahlt und als Anzeige gekennzeichnet. Sie zählen nicht zur KI-Sichtbarkeit.

Welche Content-Struktur bevorzugen KI-Suchmaschinen?

Laut Google keine besondere. In seinem Leitfaden zur generativen KI in der Suche, zuletzt aktualisiert im Juli 2026, schreibt Google: Es gibt keine zusätzlichen Anforderungen, kein spezielles Markup, keine llms.txt, kein Zerstückeln in kleine Abschnitte und keine ideale Seitenlänge. Die Seite muss indexiert sein und als Textauszug erscheinen dürfen.

Was trotzdem hilft, ist gutes Schreiben: klare Abschnitte mit Überschriften, die Antwort am Anfang und Inhalte aus erster Hand. Eine Auswertung von rund 1,2 Millionen ChatGPT-Antworten fand 44 Prozent der Zitate im ersten Drittel eines Textes. Diese Seite ist genauso aufgebaut: Die Antwort steht immer im ersten Satz unter der Überschrift.

Google erklärt auch, warum eine Seite für Fragen erscheinen kann, für die sie nicht rankt: Die KI stellt im Hintergrund mehrere verwandte Suchen und sammelt Quellen aus allen.

Was bringt laut Studien mehr KI-Zitierungen?

Quellenangaben, Zitate und Zahlen im Text haben in Tests am meisten gebracht, strukturierte Daten dagegen kaum etwas. In der bekanntesten Studie dazu, von Forschenden der Princeton University und des IIT Delhi (KDD 2024), steigerten diese drei Methoden die Sichtbarkeit in den Testantworten um bis zu 40 Prozent. Spannend: Eine Seite auf Platz 5 gewann mit Quellenangaben im Schnitt 115 Prozent, die Seite auf Platz 1 verlor 30 Prozent. Gemessen wurde in einem Testaufbau mit GPT-3.5, nicht in echten ChatGPT-Antworten.

Bei strukturierten Daten fand Ahrefs im Mai 2026 an 1.885 Seiten keinen nennenswerten Zuwachs an KI-Zitaten. Search Atlas kam im Dezember 2025 zum selben Ergebnis. Für Rich Results in der normalen Suche bleiben sie trotzdem sinnvoll.

Wo musst du außerhalb deiner Website sichtbar sein?

Überall dort, wo KI-Systeme Angaben über Betriebe und Produkte finden. Google nennt selbst das Unternehmensprofil und für Shops die Produktdaten im Merchant Center als Quellen, damit Leistungen und Produkte in KI-Antworten erscheinen.

  • Für Betriebe vor Ort: ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und gleiche Daten in Verzeichnissen und Bewertungsportalen.
  • Für Shops: saubere Produktdaten im Merchant Center.
  • Für alle: Erwähnungen in Fachmedien, Lokalzeitung, Verbänden und Videos. Ahrefs fand bei 75.000 Marken, dass Erwähnungen, besonders auf YouTube, am stärksten mit KI-Sichtbarkeit zusammenhängen. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis für Ursache und Wirkung.

Und technisch muss der Such-Crawler von OpenAI durchkommen. Wie du das prüfst, steht im Artikel KI-Crawler und robots.txt.

Wie oft solltest du die KI-Sichtbarkeit messen?

Einmal im Monat, mit denselben zehn Fragen. Häufiger bringt wenig, weil sich Antworten ohnehin von Tag zu Tag unterscheiden. Seltener verpasst du Veränderungen.

Nach einer Änderung der robots.txt rechnet OpenAI mit rund 24 Stunden, bis die ChatGPT-Suche sie berücksichtigt. Bei Google dauert ein neuer Abruf Tage bis Wochen. Nach unserer Erfahrung zeigen sich Änderungen an Inhalten in den Antworten nach etwa zwei bis drei Monaten.

Fazit: Erst messen, dann optimieren.

Ohne Messung weißt du nicht, ob KI-Systeme dich kennen, und du kannst nicht sehen, ob eine Änderung wirkt. Mit zehn Fragen, dem neuen Search-Console-Bericht und dem KI-Kanal in Analytics oder Matomo hast du in einer Stunde einen belastbaren Ausgangswert.

Danach geht es um die Ursachen: Kommt der Crawler durch? Beantwortet deine Seite die Fragen? Stimmen deine Daten außerhalb der Website?

Sollen wir deine KI-Sichtbarkeit messen?

Wir stellen deine wichtigsten Kundenfragen, werten Search Console und Matomo oder Analytics aus und sagen dir, wo du ansetzen solltest. Das erste Gespräch ist kostenlos.

André Schreiber

Geschrieben von André Schreiber

Geprüfter Online Marketing Manager (ILS Hamburg) und Google Partner, zertifiziert für Search- und Shopping-Anzeigen. Betreut Google-Ads-Konten, Unternehmensprofile und Onlineshops von Betrieben im Kreis Unna und in ganz Deutschland.

Mehr über uns

Ja. Stell zehn typische Kundenfragen in ChatGPT, ohne Anmeldung oder mit abgeschalteter Personalisierung, jede zwei- bis dreimal. Notier, ob du genannt, unter den ersten drei oder verlinkt wirst.

Der Bericht zur generativen KI zeigt nur, wie oft deine Seiten in KI-Übersicht, KI-Modus und Discover erschienen sind. Klicks aus diesen Funktionen stecken im normalen Leistungsbericht unter Web.

Im Standardkanal AI Assistant. Dort landen Besuche aus ChatGPT, Gemini, Copilot und anderen Assistenten. Besuche ohne Herkunftsangabe stehen unter Direkt, die Zahl ist also eine Untergrenze.

Nein. Google schreibt in seinem Leitfaden, dass die Suche keine llms.txt nutzt und keine besonderen Dateien für die KI-Übersicht braucht.

Für den Einstieg zehn, jede zwei- bis dreimal gestellt. Größere Unternehmen mit vielen Leistungen nutzen oft zwanzig bis fünfzig Fragen. Wichtiger als die Menge ist, dass du jeden Monat dieselben stellst.