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Shop-SEO

SEO für Onlineshops: was zuerst zählt und wie du es bei Shopify und Shopware 6 prüfst

SEO für Onlineshops heißt, festzulegen, welche Kategorie- und Produktseiten bei Google gefunden werden sollen, und alle anderen Adressen aus Filtern, Sortierung und Varianten so zu steuern, dass sie nicht stören. Hier steht die Reihenfolge, die sich in Shops bewährt, nach Googles eigenen Regeln.

André Schreiber

André Schreiber

Veröffentlicht am 16.10.2026

14 Minuten Lesezeit

Onlineshop-SEO unterscheidet sich von der SEO für eine Firmenwebsite vor allem in einem Punkt: Ein Shop erzeugt aus ein paar hundert Produkten schnell zehntausende Adressen. Jeder Filter, jede Sortierung und jede Variante kann eine eigene URL bekommen. Die meiste Arbeit steckt darin, zu entscheiden, welche davon bei Google auftauchen sollen.

Dieser Artikel ist der Überblick. Wie du die einzelnen Punkte in deinem System einstellst, steht in den Ratgebern Shopify SEO: die Einstellungen im Detail und Shopware 6 SEO: URLs, Varianten, Filter. 

Was ist bei SEO für Onlineshops anders als bei einer normalen Website?

Ein Shop hat viel mehr Adressen, als er Seiten haben will. Ein Beispiel: 300 Produkte, 20 Kategorien, Filter für Farbe, Größe und Material, dazu drei Sortierungen. Schon zwei Filter je Kategorie ergeben hunderte Kombinationen, jede mit eigener Adresse. Google crawlt davon so viel, wie es für sinnvoll hält, und kommt dann vielleicht nicht zu deinen neuen Produkten.

Deshalb beginnt Shop-SEO nicht mit Texten, sondern mit einer Entscheidung: Welche Seiten sollen ranken, und was passiert mit allen anderen? Im Kopf des Artikels kannst du das an einem Beispielshop ausprobieren.

Welche Seiten im Shop sollen bei Google ranken?

Kategorien für allgemeine Suchen, Produkte für genaue Suchen, Ratgeber für Fragen. Wer „leinen bettwäsche“ sucht, will eine Auswahl sehen, also eine Kategorie. Wer „leinen bettwäsche salbeigrün 155×220“ sucht, will genau ein Produkt. Wer „leinen bettwäsche waschen“ sucht, will eine Antwort.

  • Eine Suche, eine Seite: Leg in einer einfachen Tabelle fest, welche Seite für welche Suche gedacht ist. Konkurrieren zwei eigene Seiten um dieselbe Suche, gewinnt oft keine.
  • Kategorien zuerst: Sie decken die Suchen mit der meisten Nachfrage ab und sammeln die internen Links.
  • Reihenfolge: erst die Indexierung aufräumen, dann Kategorien, dann Produktdaten, dann Technik, dann Ratgeber. So ist auch dieser Artikel aufgebaut.

Wie optimierst du Kategorieseiten im Onlineshop?

Mit einem eigenen Titel, einer Überschrift mit dem Suchbegriff und einem Text, der beim Auswählen hilft. Der Text erklärt, worin sich die Produkte unterscheiden: Größen, Material, Einsatz. Eine feste Wortzahl gibt es nicht. Aufgeblähte Texte nur für Google helfen niemandem.

  • Produkte als echte Links: Google folgt Links im HTML. Navigation, die nur per JavaScript funktioniert, findet Google schlechter.
  • Unterkategorien nur bei eigener Nachfrage: Eine Unterkategorie „Leinen-Bettwäsche“ lohnt sich, wenn danach gesucht wird. Sonst reicht ein Filter.
  • Wichtige Seiten aus Menü und Startseite verlinken: Das empfiehlt Google für Shops ausdrücklich. Bestseller dürfen zusätzlich von der Startseite verlinkt sein.

Wie schreibst du Produkttexte, die bei Google ranken?

Mit eigenen Sätzen statt Herstellertext. Den Text des Herstellers nutzen oft dutzende Händler. Google zeigt dann meist nur eine dieser Seiten, und das ist selten die des kleineren Shops.

  • Was rein gehört: Einsatz, Maße, Material, Pflege und der Unterschied zum ähnlichen Produkt daneben.
  • Merkmale als Attribute: Farbe, Größe und Material als Eigenschaften pflegen, nicht nur im Fließtext. So landen sie im Markup und im Produktfeed.
  • Bewertungen echter Käufer: Sie liefern Wörter, die Kunden selbst benutzen.
  • Vorübergehend ausverkauft: Die Seite bleibt, mit Status „nicht vorrätig“ im Markup und Links zu Alternativen. Eine Weiterleitung lohnt sich erst, wenn das Produkt dauerhaft wegfällt und es einen echten Nachfolger gibt. Das ist Praxis, keine wörtliche Google-Regel.

Welche Filterseiten dürfen in den Google-Index?

Nur die, nach denen gesucht wird und die genug Produkte zeigen. Für alle anderen empfiehlt Google seit Dezember 2025 klar: das Crawlen per robots.txt verhindern. Canonical und nofollow nennt Google für Filter langfristig weniger wirksam.

  • Gewollte Filterseiten: feste Reihenfolge der Filter in der Adresse, keine doppelten Filter, eigener Titel und kurzer Text.
  • Leere Kombinationen: liefern einen echten Fehler 404, statt auf eine allgemeine Seite umzuleiten.
  • Nicht beides zugleich: Eine Seite, die per robots.txt gesperrt ist, ruft Google nicht ab. Ein noindex darauf sieht Google nie.

Bei Shopify sperrt die Standard-robots.txt erst Kombinationen aus zwei Filtern, einzelne Filter bleiben crawlbar. Bei Shopware 6 laufen Filter über Parameter, die der Standard ganz sperrt. Probier im Entscheider aus, was mit einer Filterseite passieren sollte.

Wie gehst du mit Produktvarianten und Duplicate Content um?

Google erlaubt zwei Modelle: eine Seite für alle Varianten oder eine eigene Seite je Variante. Bei einer Seite zeigen alle Varianten-Adressen per Canonical auf eine URL. Bei eigenen Seiten bekommt jede Variante ihre eigene Canonical-URL und ihr volles Markup. Beides ist richtig, wenn es zum Sortiment passt.

Die Faustregel: Eine eigene Seite lohnt sich, wenn die Variante selbst gesucht wird, etwa eine Farbe. Bei Größen reicht meist eine Seite.

Duplicate Content ist dabei keine Strafe. Google fasst doppelte Seiten zusammen und wählt eine Adresse. Das Problem ist verschenktes Crawling und manchmal die falsche Adresse in der Suche.

Welche strukturierten Daten braucht ein Onlineshop?

Auf jeder Produktseite Product mit Offer, dazu Versand und Rückgabe einmal zentral für den ganzen Shop. Damit kann Google Preis, Verfügbarkeit und Lieferbedingungen direkt in den Händlereinträgen zeigen.

  • Pflicht für Händlereinträge: Name, Bild und ein Angebot mit Preis über null und Währung.
  • Empfohlen: Verfügbarkeit, GTIN, Marke, Versand und Rückgabe. Versand und Rückgabe empfiehlt Google unter Organization, auf Produktebene nur als Ausnahme.
  • Varianten: als ProductGroup mit den einzelnen Varianten.
  • Im HTML ausliefern: Markup, das erst per JavaScript entsteht, liest Google beim Shopping-Crawl seltener.

Shopify gibt im Standard Product oder ProductGroup mit Angebot aus, ohne Versand und Rückgabe. Shopware 6 liefert seit 6.7.9 JSON-LD mit Versanddetails, aber nur mit eingeschaltetem Schalter und ohne Rückgabe. Die Bausteine zeigen, was fehlt.

Google empfiehlt zusätzlich das Merchant Center. Kostenlose Produkteinträge laufen in Deutschland auch ohne Anzeigen. Wie wir Feeds aufbauen, steht unter Google Shopping für deinen Shop. Derselbe Feed trägt auch Performance Max mit demselben Produktfeed.

Wie wichtig sind Bilder und Alt-Texte im Shop?

Sehr, für die Bildersuche, für Google Shopping und für Menschen mit Screenreader. Eigene Produktfotos heben dich von Shops mit denselben Herstellerbildern ab.

  • Dateiname: sprechend, vor dem Hochladen festlegen.
  • Alt-Text: beschreibt das Bild, etwa „Leinen-Bettwäsche salbeigrün, Kissen und Decke auf Holzbett“, keine Liste von Suchbegriffen.
  • Größe: komprimiert, in modernen Formaten, das erste große Bild ohne verzögertes Laden.

Alt-Texte sind auch eine Pflicht aus der Barrierefreiheit, siehe Alt-Texte und Barrierefreiheit im Shop.

Wie wichtig sind Ladezeit und Core Web Vitals für Shops?

Google empfiehlt gute Werte ausdrücklich, nennt aber weder Strafe noch Gewicht. Gemessen wird mit drei Größen aus echten Besuchen: LCP, also wann der größte Inhalt steht (gut bis 2,5 Sekunden), INP für die Reaktion auf Klicks (gut unter 200 Millisekunden) und CLS für das Springen der Seite (gut unter 0,1).

Die Werte deines Shops findest du in der Search Console im Bericht Core Web Vitals oder bei PageSpeed Insights. Typische Bremsen in Shops sind große Bilder, viele Apps oder Plugins, Tracking-Skripte und eingebettete Schriften. Bei Shopify sind es oft Apps, bei Shopware 6 Plugins und fehlender Cache.

Wie kommt dein Shop in AI Overviews und den KI-Modus von Google?

Mit denselben Grundlagen wie in der normalen Suche. Google schreibt, dass es für AI Overviews und den KI-Modus keine zusätzlichen Anforderungen gibt. Die Seite muss indexiert sein und mit Textausschnitt angezeigt werden dürfen. Für Shops nennt Google den Merchant-Center-Feed als Weg, damit Produkte in KI-Antworten auftauchen.

  • Was zählt: indexierbare Kategorie- und Produktseiten, ein aktueller Feed, Markup passend zum sichtbaren Text, eigene Inhalte.
  • Was nicht nötig ist: llms.txt, Texte in Häppchen oder spezielles Markup. Google sagt, die Google-Suche nutzt das nicht.
  • Was in Deutschland noch fehlt: Den KI-Modus gibt es seit Oktober 2025. Die neuen KI-Auswertungen im Merchant Center, Kaufen direkt im Chat und Shopifys Agentic Storefronts sind bisher auf die USA und einige englischsprachige Länder begrenzt.

Mehr dazu in So wird deine Seite Quelle in AI Overviews. Wie du misst, ob ChatGPT und Co. deinen Shop nennen, steht unter KI-Sichtbarkeit messen, wie du KI-Bots den Zugriff erlaubst, unter KI-Crawler in der robots.txt steuern.

Was bringen Shopify und Shopware 6 für SEO schon mit?

Beide bringen die Grundlagen mit. Shopify nimmt mehr ab und lässt weniger zu, Shopware 6 lässt mehr zu und verlangt mehr Pflege. Stand Oktober 2026:

PunktShopifyShopware 6
Adressenfeste Pfade wie /products/, nur der Handle ist freifrei über SEO-URL-Vorlagen
Canonicalautomatischautomatisch, für Varianten eine gemeinsame Adresse wählbar
Sitemapautomatisch, nicht bearbeitbarautomatisch, Zeitplan einstellbar
robots.txtStandard, Änderung nur im Theme-Codeseit 6.7.1 im Admin einstellbar
FilterEinzelfilter crawlbar, Zweifachfilter gesperrtFilter-Parameter im Standard gesperrt
Produkt-MarkupProduct oder ProductGroup mit Angebot, ohne Versand und RückgabeMicrodata, JSON-LD seit 6.7.9 per Schalter, ohne Rückgabe
hreflangautomatisch mit MarketsSchalter je Verkaufskanal

SEO-Checkliste für Onlineshops

20 Punkte in der Reihenfolge, in der sie am meisten bringen. Hak ab, was dein Shop schon erfüllt:

Fazit: Erst ordnen, dann schreiben.

Bei Shops entscheidet sich viel, bevor ein Text geschrieben ist: welche Seite für welche Suche da ist und was mit den Adressen aus Filtern, Sortierungen und Varianten passiert. Wer das zuerst klärt, schreibt danach für die richtigen Seiten.

Danach folgen eigene Produkttexte, sauberes Markup und ein gepflegter Feed. Dieselben Grundlagen tragen auch in Googles KI-Antworten.

Sollen wir uns deinen Shop ansehen?

Wir prüfen Zielseiten, Filter, Varianten, Markup und Feed und sagen dir, was zuerst dran ist. Ein Angebot gibt es nach dem Erstgespräch.

André Schreiber

Geschrieben von André Schreiber

Geprüfter Online Marketing Manager (ILS Hamburg) und Google Partner, zertifiziert für Search- und Shopping-Anzeigen. Betreut Google-Ads-Konten, Unternehmensprofile und Onlineshops von Betrieben im Kreis Unna und in ganz Deutschland.

Mehr über uns

Ja. Laut Google bauen AI Overviews und der KI-Modus auf denselben Grundlagen auf wie die normale Suche. Es gibt keine zusätzlichen Anforderungen. Für Shops kommt der Produktfeed im Merchant Center dazu.

Das hängt davon ab, wie oft Google deinen Shop crawlt und wie groß die Änderung ist. Neue Canonicals und Weiterleitungen bewertet Google erst nach dem nächsten Crawl neu. Plane eher Monate als Wochen ein.

Nur Filterseiten, nach denen gesucht wird und die genug Produkte zeigen. Alle anderen hält man laut Google am besten per robots.txt vom Crawlen fern. Leere Kombinationen sollten einen Fehler 404 liefern.

Sie schaden nicht direkt, helfen aber kaum. Denselben Text nutzen viele Händler, und Google zeigt meist nur eine dieser Seiten. Eigene Sätze zu Einsatz, Maßen und Unterschieden machen deine Seite eigenständig.

Ja, wenn deine Produkte im Shopping-Tab und in den kostenlosen Produkteinträgen erscheinen sollen. Die laufen in Deutschland ohne Anzeigen. Google empfiehlt Markup auf der Seite und Merchant Center zusammen.